Scheinquitte und Zierquitte – farbenprächtige Frühlingsblüher mit dekorativen Früchten
Die Scheinquitte, häufig auch als Zierquitte bezeichnet, gehört zu den robusten und vielseitigen Blütensträuchern für den Garten. Botanisch wird sie der Gattung Chaenomeles zugeordnet. Bereits im zeitigen Frühjahr öffnen sich an den noch weitgehend unbelaubten Zweigen zahlreiche schalenförmige Blüten. Je nach Art und Sorte erscheinen sie in Weiß, Rosa, Lachs, Orange oder kräftigem Rot.
Nach der Blüte entwickeln viele Zierquitten im Laufe des Sommers gelbe bis grünlich gelbe Früchte. Diese ähneln kleinen Äpfeln oder Quitten und verströmen bei vollständiger Reife einen angenehm aromatischen Duft. Die Früchte sind sehr fest und roh meist ausgesprochen sauer, können jedoch zu Gelee, Marmelade, Saft, Likör oder Fruchtmus verarbeitet werden.
Scheinquitten verbinden damit einen hohen Zierwert mit einer vielseitigen Verwendung. Sie eignen sich als Solitärstrauch, für Blütenhecken, gemischte Gehölzpflanzungen, niedrige Einfassungen, Böschungen und teilweise auch für große Pflanzgefäße.
Sind Scheinquitte und Zierquitte dasselbe?
Die Begriffe Scheinquitte und Zierquitte werden im Gartenbau meist gleichbedeutend verwendet. Sie bezeichnen verschiedene Arten und Sorten der Gattung Chaenomeles. Besonders häufig angeboten werden die Japanische Zierquitte, die Chinesische Zierquitte sowie daraus hervorgegangene Kreuzungen.
Zu den bekanntesten Gruppen gehören:
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Chaenomeles japonica, die Japanische Zierquitte
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Chaenomeles speciosa, die Chinesische Zierquitte
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Chaenomeles × superba, eine Gruppe zahlreicher beliebter Gartenhybriden
Die Arten und Sorten unterscheiden sich unter anderem in Wuchshöhe, Wuchsform, Blütenfarbe, Bedornung und Fruchtbildung. Einige Zierquitten bleiben niedrig und kompakt, während andere kräftige, breit aufrechte Sträucher bilden.
Trotz ihres Namens ist die Scheinquitte nicht mit der Echten Quitte identisch. Die Echte Quitte gehört botanisch zur Gattung Cydonia und wächst meist als kleiner Baum oder Großstrauch. Beide Pflanzengruppen gehören jedoch zur Familie der Rosengewächse und bilden aromatische, verarbeitbare Früchte.
Farbenreiche Blüte im zeitigen Frühjahr
Die Blütezeit der Zierquitte beginnt je nach Sorte, Standort und Witterung häufig im März oder April. Einzelne Sorten blühen bis in den Mai hinein. Die Blüten sitzen dicht an den Zweigen und erscheinen oftmals bereits vor dem vollständigen Laubaustrieb.
Besonders auffällig sind die kräftig roten und orangefarbenen Sorten. Sie setzen weithin sichtbare Farbakzente und lassen sich gut mit gelben Narzissen, blauen Traubenhyazinthen oder weiß blühenden Frühlingspflanzen kombinieren. Rosa und weiß blühende Zierquitten wirken etwas zurückhaltender und passen sowohl in romantische als auch in moderne Gartengestaltungen.
Die offenen, schalenförmigen Blüten werden von Bienen, Hummeln und weiteren Insekten besucht. Da die Blüte früh im Gartenjahr erscheint, kann die Zierquitte eine wertvolle Ergänzung zu anderen insektenfreundlichen Frühblühern sein.
Wuchsform und Größe der Zierquitte
Scheinquitten wachsen je nach Sorte niedrig, breitbuschig, kompakt oder aufrecht. Niedrige Formen erreichen teilweise nur etwa 60 bis 100 Zentimeter Höhe. Kräftigere Sorten können sich im Laufe der Jahre zu zwei Meter hohen und ähnlich breiten Sträuchern entwickeln.
Viele Zierquitten bilden dicht verzweigte Triebe und wachsen eher in die Breite. Bei der Pflanzung sollte deshalb nicht nur die erwartete Höhe, sondern auch die spätere Breite berücksichtigt werden.
Die meisten Sorten besitzen mehr oder weniger stark bedornte Zweige. Dadurch können sie besonders dichte und schwer durchdringbare Pflanzungen bilden. Es gibt jedoch auch Sorten, die nur wenige Dornen entwickeln oder nahezu dornenlos wachsen. Für Bereiche direkt an Sitzplätzen, Spielbereichen oder häufig genutzten Wegen können solche Sorten eine gute Wahl sein.
Zierquitten als Solitär und Blütenstrauch
In Einzelstellung kommt eine reich blühende Zierquitte besonders gut zur Geltung. Sie eignet sich für Vorgärten, Rasenflächen, Innenhöfe und größere Pflanzbeete. Ein ruhiger Hintergrund aus immergrünen Gehölzen, einer dunklen Hauswand oder einer geschnittenen Hecke hebt die leuchtenden Blüten zusätzlich hervor.
Niedrige Sorten lassen sich gut im vorderen Bereich eines Beetes einsetzen. Höhere Zierquitten bilden einen attraktiven Hintergrund für Stauden, Gräser und Zwiebelblumen. Durch die dichte Verzweigung besitzen viele Sorten auch nach der Blüte eine gute strukturgebende Wirkung.
Im Herbst sorgen die gelben Früchte für einen weiteren Blickfang. Bleiben einzelne Früchte am Strauch, unterstreichen sie den natürlichen Charakter der Pflanzung.
Zierquitten für Hecken und Grundstücksbegrenzungen
Durch ihren dichten, oft bedornten Wuchs eignen sich Scheinquitten gut für frei wachsende Blütenhecken. Sie können als niedrige Grundstücksbegrenzung, zur Gliederung verschiedener Gartenbereiche oder als Teil einer gemischten Gehölzhecke gepflanzt werden.
Die dornigen Zweige bieten Vögeln geschützte Rückzugs- und Nistmöglichkeiten. In Kombination mit anderen Blüten- und Wildgehölzen entsteht eine abwechslungsreiche Hecke, die über einen langen Zeitraum Blüten, Früchte und Deckung bietet.
Für streng geschnittene, schmale Hecken sind Zierquitten nur eingeschränkt geeignet. Ein Formschnitt ist zwar möglich, regelmäßiges starkes Einkürzen kann jedoch die Blütenfülle und Fruchtbildung verringern. Ihre natürliche Wirkung entfalten die Pflanzen am besten in einer locker aufgebauten, frei wachsenden Hecke.
Geeignete Pflanzpartner sind beispielsweise Kornelkirsche, Felsenbirne, Spiere, Deutzie, Weigelie, Berberitze oder kleinere Wildrosen.
Der richtige Standort für Scheinquitten
Zierquitten bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. An einem sonnigen Platz entwickeln sie in der Regel besonders viele Blüten und Früchte. Im Halbschatten wachsen sie ebenfalls zuverlässig, die Blüte kann dort jedoch etwas geringer ausfallen.
Die Sträucher gelten als robust und kommen mit unterschiedlichen Gartenstandorten zurecht. Ein warmer, luftiger Platz ist ideal. Sehr schattige Bereiche unter großen Bäumen sind weniger geeignet, da die Pflanzen dort häufig lockerer wachsen und deutlich weniger Blüten bilden.
Viele Zierquitten vertragen nach dem Anwachsen zeitweilige Trockenheit. Besonders in den ersten Jahren sowie während langer Hitzeperioden sollte jedoch regelmäßig gegossen werden.
Welchen Boden benötigt die Zierquitte?
Scheinquitten sind hinsichtlich des Bodens vergleichsweise anpassungsfähig. Sie wachsen in vielen normalen Gartenböden, sofern keine dauerhafte Staunässe besteht. Ideal ist ein lockerer, humoser, nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden.
Schwere, verdichtete Lehmböden sollten vor der Pflanzung tiefgründig gelockert werden. Bei schlechter Wasserableitung kann die Beimischung mineralischer Bestandteile die Bodenstruktur verbessern.
Sehr leichte Sandböden profitieren von reifem Kompost, humoser Pflanzerde oder anderen organischen Bodenverbesserern. Dadurch können Wasser und Nährstoffe besser gespeichert werden.
Scheinquitten vertragen meist sowohl schwach saure als auch neutrale oder leicht kalkhaltige Böden. Extrem trockene, dauerhaft nasse oder stark verdichtete Standorte sollten dennoch vermieden werden.
Zierquitten richtig pflanzen
Vor der Pflanzung wird der Gartenboden gründlich gelockert und von ausdauernden Wurzelunkräutern befreit. Das Pflanzloch sollte deutlich breiter als der Wurzelballen ausgehoben werden. Verdichtete Erde am Grund und an den Seiten des Pflanzlochs wird zusätzlich gelockert.
Die Scheinquitte wird ungefähr so tief eingesetzt, wie sie zuvor im Pflanzgefäß gestanden hat. Anschließend wird das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erde aufgefüllt, die Erde vorsichtig angedrückt und die Pflanze gründlich eingeschlämmt.
Eine Mulchschicht kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unerwünschten Wildkrautwuchs zu verringern. Der Bereich unmittelbar an den Trieben sollte jedoch frei bleiben.
Containerpflanzen können grundsätzlich während der gesamten frostfreien Jahreszeit gepflanzt werden. Besonders günstig sind Frühjahr und Herbst. Bei einer Pflanzung im Sommer muss auf eine regelmäßige und durchdringende Bewässerung geachtet werden.
Pflanzabstand bei Zierquitten
Der passende Pflanzabstand richtet sich nach der ausgewählten Sorte und der gewünschten Verwendung. Kompakte Zierquitten benötigen deutlich weniger Platz als kräftige, breit wachsende Sorten.
Für eine frei wachsende Hecke können die Pflanzen dichter gesetzt werden als bei einer Solitärpflanzung. Trotzdem sollte ausreichend Raum eingeplant werden, damit sich die einzelnen Sträucher gesund entwickeln und gleichmäßig verzweigen können.
Wer eine Zierquitte dauerhaft durch starken Schnitt in einem zu kleinen Pflanzraum halten muss, verliert häufig einen Teil der natürlichen Wuchsform und Blütenwirkung. Es ist deshalb sinnvoll, bereits beim Kauf auf die zu erwartende Endgröße zu achten.
Scheinquitten richtig gießen
Frisch gepflanzte Zierquitten benötigen während der Anwachsphase eine zuverlässige Wasserversorgung. Der Boden sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gründlich gewässert werden.
Statt täglich nur wenig Wasser zu geben, ist es besser, in größeren Abständen durchdringend zu gießen. Dadurch wird der Boden auch in tieferen Schichten befeuchtet und die Pflanze zur Bildung eines kräftigen Wurzelsystems angeregt.
Gut eingewachsene Zierquitten kommen meist auch mit vorübergehender Trockenheit zurecht. Während langer Hitzeperioden kann zusätzliches Gießen jedoch die Pflanzengesundheit, Blütenknospenbildung und Fruchtentwicklung unterstützen.
Dauerhafte Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Sie kann zu Wurzelschäden, schwachem Wachstum und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten führen.
Zierquitten düngen
Auf einem normalen, humosen Gartenboden benötigen Scheinquitten nur wenig zusätzliche Düngung. Im Frühjahr kann eine dünne Schicht reifer Kompost im Wurzelbereich verteilt werden. Alternativ eignet sich ein organischer Dünger für Blüten- und Ziergehölze.
Eine übermäßige Stickstoffdüngung ist nicht empfehlenswert. Sie fördert vor allem lange, weiche Triebe, während Blüten- und Fruchtbildung schwächer ausfallen können.
Eine ausgewogene Nährstoffversorgung unterstützt einen kompakten Wuchs und eine gute Blütenbildung. Nach dem Hochsommer sollte nicht mehr stark stickstoffbetont gedüngt werden, damit die jungen Triebe bis zum Winter ausreichend ausreifen können.
Zierquitten richtig schneiden
Scheinquitten benötigen keinen jährlichen starken Rückschnitt. Ihre natürliche Wuchsform entwickelt sich am schönsten, wenn nur gezielt ausgelichtet wird.
Die Blüten entstehen überwiegend an älteren Trieben und kurzen Seitentrieben. Ein kräftiger Rückschnitt im Herbst oder zeitigen Frühjahr würde deshalb viele bereits angelegte Blütenknospen entfernen.
Der beste Zeitpunkt für größere Schnittmaßnahmen liegt direkt nach der Blüte. Dabei können abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder nach innen wachsende Zweige entfernt werden. Auch einzelne sehr alte Triebe lassen sich möglichst nah an der Basis herausnehmen.
Es ist meist besser, den Strauch regelmäßig leicht auszulichten, als alle Zweige auf die gleiche Höhe zu kürzen. Durch einen pauschalen Formschnitt entstehen häufig dichte Verzweigungen an den Schnittstellen, während der Strauch im Inneren verkahlt.
Ältere Scheinquitten verjüngen
Ältere Zierquitten können mit der Zeit sehr dicht werden oder nur noch an den äußeren Triebspitzen blühen. In diesem Fall ist eine schrittweise Verjüngung sinnvoll.
Dazu werden über mehrere Jahre jeweils einige der ältesten Äste bodennah entfernt. Aus dem unteren Bereich können anschließend neue, kräftige Triebe entstehen. Durch dieses Vorgehen bleibt ein großer Teil des Strauchs weiterhin blühfähig.
Zierquitten vertragen grundsätzlich auch stärkere Rückschnitte. Nach einem radikalen Schnitt kann die Blüte jedoch für ein oder mehrere Jahre deutlich geringer ausfallen. Ein schrittweises Auslichten ist deshalb meist die bessere Lösung.
Früchte der Zierquitte – dekorativ und essbar
Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln viele Scheinquitten gelbe, feste und aromatisch duftende Früchte. Je nach Art und Sorte sind sie rundlich, oval oder leicht unregelmäßig geformt.
Die Früchte sind grundsätzlich essbar, jedoch roh meist sehr hart, sauer und herb. Erst durch das Kochen entfalten sie ihren besonderen Geschmack. Sie enthalten viel Pektin und eignen sich deshalb gut zur Herstellung von Gelee, Marmelade und Fruchtaufstrichen.
Auch Saft, Sirup, Likör oder aromatische Mischungen mit Apfel und Birne lassen sich aus Zierquitten herstellen. Der intensive Duft kann zudem genutzt werden, indem vollständig ausgereifte Früchte vorübergehend als natürlicher Raumduft aufgestellt werden.
Vor der Verarbeitung werden die Früchte gründlich gewaschen, zerkleinert und je nach Rezept entkernt. Aufgrund ihrer Festigkeit ist ein stabiles Küchenmesser erforderlich.
Benötigt die Zierquitte eine Befruchtersorte?
Viele Scheinquitten können auch als einzelne Pflanze Früchte bilden. Der Fruchtansatz kann jedoch je nach Sorte und Standort unterschiedlich ausfallen. Eine zweite Zierquitte in der Nähe kann die Bestäubung verbessern und häufig zu einem reicheren Fruchtansatz beitragen.
Wer besonders viele Früchte ernten möchte, kann daher zwei unterschiedliche Sorten pflanzen. Für die reine Blütenwirkung ist eine zweite Pflanze nicht erforderlich.
Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten übernehmen während der Blüte den Pollentransport. Ein insektenfreundlich gestalteter Garten kann die Bestäubung und damit auch die Fruchtbildung unterstützen.
Wann sind Zierquitten reif?
Die Früchte reifen meist im Spätsommer oder Herbst. Vollreife Zierquitten entwickeln eine gelbe Färbung und einen deutlich wahrnehmbaren Duft. Je nach Sorte und Witterung kann die Erntezeit zwischen September und November liegen.
Viele Früchte bleiben lange fest am Strauch hängen. Sie können häufig noch vor den ersten stärkeren Frösten geerntet werden. Leichte Kälteeinwirkung kann die Früchte etwas milder machen, starke Fröste können jedoch die Lagerfähigkeit beeinträchtigen.
Gesunde und unbeschädigte Früchte lassen sich an einem kühlen Ort eine gewisse Zeit lagern. Ihr kräftiges Aroma kann dabei auf benachbarte Lebensmittel übergehen.
Zierquitten und ihr ökologischer Wert
Die frühe Blüte der Scheinquitte wird von verschiedenen Insekten besucht. Besonders in Verbindung mit weiteren Frühblühern kann sie das Nahrungsangebot im Garten ergänzen.
Die dichten und teilweise stark bedornten Zweige bieten kleinen Vögeln geschützte Aufenthalts- und Nistmöglichkeiten. In frei wachsenden Hecken entstehen wertvolle Rückzugsbereiche, die von Katzen und anderen Störenfrieden nur schwer erreicht werden.
Die Früchte können ebenfalls von Tieren genutzt werden, auch wenn ein großer Teil häufig bis weit in den Herbst am Strauch verbleibt. Für einen naturnahen Garten lässt sich die Zierquitte gut mit heimischen Wildgehölzen und insektenfreundlichen Stauden kombinieren.
Zierquitten für Böschungen und schwierige Gartenbereiche
Niedrige, breit wachsende Scheinquitten eignen sich gut für Böschungen, größere Pflanzflächen und pflegeleichte Gartenbereiche. Mit ihren verzweigten Trieben bedecken sie den Boden und können unerwünschten Wildkrautwuchs verringern.
Ihre robusten Eigenschaften machen sie auch für sonnige Vorgärten, Straßenrandbereiche und städtische Pflanzungen interessant. Nach dem Anwachsen vertragen viele Sorten Hitze, zeitweilige Trockenheit und Stadtklima vergleichsweise gut.
Bei der Pflege sollte wegen der Dornen auf geeignete Handschuhe und feste Kleidung geachtet werden. Für Flächen, die regelmäßig betreten oder intensiv gepflegt werden müssen, sind schwach bedornte Sorten häufig praktischer.
Scheinquitten im Pflanzkübel
Kompakte Zierquitten können auch in ausreichend großen Pflanzgefäßen kultiviert werden. Der Kübel sollte standfest sein, über mehrere Wasserabzugslöcher verfügen und genügend Raum für die Wurzelentwicklung bieten.
Eine Drainageschicht hilft, überschüssiges Wasser aus dem Wurzelbereich abzuleiten. Als Substrat eignet sich eine hochwertige, strukturstabile Kübelpflanzenerde.
Kübelpflanzen benötigen häufiger Wasser als ausgepflanzte Exemplare. Das Substrat sollte während der Wachstumszeit nicht vollständig austrocknen, gleichzeitig darf keine Staunässe entstehen.
Im Winter ist die Pflanze selbst in der Regel gut frosthart, der Wurzelballen im Kübel reagiert jedoch empfindlicher auf starkes Durchfrieren. Ein geschützter Standort und eine isolierende Ummantelung des Gefäßes sind daher empfehlenswert.
Krankheiten und Schädlinge
Zierquitten gelten grundsätzlich als robuste und pflegeleichte Gehölze. An einem geeigneten Standort treten nur selten ernsthafte Probleme auf.
Bei ungünstiger Witterung können Blattflecken, Mehltau oder andere Pilzerkrankungen auftreten. Eine luftige Pflanzung, ausgewogene Düngung und das Gießen direkt am Boden helfen, das Risiko zu verringern.
Da Scheinquitten zur Familie der Rosengewächse gehören, können sie grundsätzlich auch von Feuerbrand betroffen sein. Auffällig sind plötzlich welkende, dunkel verfärbte Triebspitzen. Bei einem entsprechenden Verdacht sollten die örtlich geltenden Hinweise zum Umgang mit dieser Pflanzenkrankheit beachtet werden.
Blattläuse können gelegentlich an jungen Trieben auftreten, verursachen an gesunden Pflanzen jedoch meist keine dauerhaften Schäden.
Geeignete Pflanzpartner für Zierquitten
Scheinquitten lassen sich mit zahlreichen Frühlingsblühern und Ziergehölzen kombinieren. Besonders harmonisch wirken sie zusammen mit Narzissen, Krokussen, Traubenhyazinthen, Blausternen und frühen Tulpen.
In gemischten Gehölzpflanzungen passen unter anderem Felsenbirnen, Kornelkirschen, Spieren, Deutzien, Weigelien, Flieder und Zierkirschen. Durch die Kombination verschiedener Blütezeiten bleibt die Pflanzung vom Frühjahr bis in den Sommer attraktiv.
Immergrüne Gehölze bilden einen ruhigen Hintergrund für die kräftigen Blütenfarben. Ziergräser und spät blühende Stauden sorgen dafür, dass das Beet auch nach der Zierquittenblüte abwechslungsreich bleibt.
Vielseitige Blüten- und Fruchtgehölze für den Garten
Scheinquitten überzeugen durch ihre frühe Blüte, ihre robuste Natur und ihre aromatischen Früchte. Die große Auswahl reicht von niedrigen, breit wachsenden Sorten bis zu kräftigen Blütensträuchern für Solitärstellungen und frei wachsende Hecken.
Ob leuchtend rot, orange, rosa oder weiß blühend – Zierquitten bringen bereits zu Beginn des Gartenjahres intensive Farben in die Pflanzung. Im Herbst folgt mit den gelben Früchten ein zweiter dekorativer Höhepunkt.
An einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem Gartenboden entwickelt sich die Scheinquitte zu einem langlebigen und pflegeleichten Gehölz. Mit der passenden Sorte eignet sie sich für große und kleine Gärten, naturnahe Hecken, Vorgärten, Böschungen und Pflanzgefäße.