Containerpflanzen richtig pflanzen – so wachsen Gehölze sicher an
Containerpflanzen gehören heute zu den beliebtesten Pflanzen im Garten. Der große Vorteil: Die Pflanzen werden bereits in einem Topf oder Container kultiviert und besitzen dadurch einen gut ausgebildeten, geschützten Wurzelballen. Anders als wurzelnackte Pflanzen oder Ballenware können Containerpflanzen deshalb über einen sehr langen Zeitraum im Jahr gepflanzt werden.
Damit Bäume, Sträucher, Heckenpflanzen und andere Gehölze nach dem Einpflanzen schnell anwachsen, sollten trotzdem einige wichtige Punkte beachtet werden. Besonders die richtige Vorbereitung des Wurzelballens und eine ausreichende Wasserversorgung entscheiden darüber, wie gut sich die Pflanze an ihrem neuen Standort entwickelt.
Was sind Containerpflanzen?
Als Containerpflanzen bezeichnet man Pflanzen, die in einem Pflanzgefäß kultiviert wurden und dort einen vollständigen Wurzelballen entwickelt haben.
Das unterscheidet sie beispielsweise von Ballenpflanzen, die auf dem Feld wachsen und erst vor dem Verkauf mit einem Erdballen ausgegraben werden.
Containerpflanzen wachsen dagegen bereits mit ihren Wurzeln im Topf. Beim Herausnehmen bleibt der Wurzelballen weitgehend erhalten. Dadurch werden die feinen Wurzeln beim Pflanzen kaum beschädigt.
Das erleichtert der Pflanze das Anwachsen erheblich.
Welche Vorteile haben Containerpflanzen?
Containerpflanzen bieten mehrere Vorteile:
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sie können über einen großen Teil des Jahres gepflanzt werden
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der Wurzelballen bleibt beim Pflanzen weitgehend unbeschädigt
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die Pflanzen wachsen meistens schnell an
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die Pflanzung ist relativ einfach
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die Pflanzen können vor dem Einpflanzen einige Zeit im Container aufbewahrt werden
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auch größere Pflanzen lassen sich als Containerware gut verpflanzen
Gerade bei Heckenpflanzen, Blütensträuchern, Obstgehölzen, Rosen oder immergrünen Gehölzen hat sich Containerware deshalb stark durchgesetzt.
Wann kann man Containerpflanzen pflanzen?
Grundsätzlich können Containerpflanzen fast das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist.
Besonders gute Pflanzzeiten sind jedoch:
Frühjahr
Im Frühjahr beginnt das Pflanzenwachstum. Die zunehmenden Temperaturen fördern die Wurzelbildung und die Pflanzen haben das gesamte Gartenjahr Zeit, sich am neuen Standort zu etablieren.
Herbst
Auch der Herbst ist eine sehr gute Pflanzzeit. Der Boden ist noch warm und meistens ausreichend feucht. Viele Gehölze können deshalb noch neue Wurzeln bilden, bevor die Winterruhe beginnt.
Sommer
Auch im Sommer können Containerpflanzen gepflanzt werden. Allerdings ist dann eine besonders sorgfältige Bewässerung notwendig.
Bei heißem und trockenem Wetter sollte möglichst nicht während der größten Mittagshitze gepflanzt werden.
Containerpflanzen vor dem Pflanzen gründlich wässern
Einer der wichtigsten Schritte erfolgt noch vor dem eigentlichen Pflanzen.
Der Wurzelballen sollte vollständig mit Wasser versorgt sein.
Stellen Sie die Pflanze deshalb vor dem Einpflanzen am besten für einige Minuten mit dem Container in einen Eimer oder eine größere Wanne mit Wasser.
Der Wurzelballen sollte sich gründlich vollsaugen können.
Steigen keine oder nur noch wenige Luftblasen aus dem Ballen auf, ist er in der Regel ausreichend gewässert.
Dieser Schritt ist besonders wichtig, weil stark ausgetrocknete Topfballen nach dem Einpflanzen manchmal nur sehr langsam wieder Wasser aufnehmen.
Pflanzloch richtig vorbereiten
Das Pflanzloch sollte deutlich größer als der vorhandene Wurzelballen sein.
Als einfache Faustregel gilt:
Das Pflanzloch etwa doppelt so breit wie den Wurzelballen ausheben.
Der Boden am Grund und an den Seiten des Pflanzlochs sollte zusätzlich mit einem Spaten oder einer Grabegabel aufgelockert werden.
Dadurch können die neuen Wurzeln leichter aus dem bisherigen Topfballen in den umgebenden Gartenboden hineinwachsen.
Besonders bei schweren oder verdichteten Böden ist eine gründliche Lockerung wichtig.
Container vorsichtig entfernen
Nach dem Wässern wird die Pflanze vorsichtig aus dem Container genommen.
Halten Sie die Pflanze möglichst am Wurzelballen und nicht ausschließlich an den Trieben oder am Stamm fest.
Lässt sich der Container nur schwer entfernen, kann es helfen, die Seiten des Topfes leicht einzudrücken.
Bei sehr stark durchwurzelten Pflanzen können sich die Wurzeln am Rand des Containers im Kreis drehen.
Diese sogenannten Ringwurzeln sollten vorsichtig gelockert werden.
Wurzelballen auflockern
Ist der Ballen sehr stark durchwurzelt, sollten die äußeren Wurzeln mit den Fingern leicht auseinandergezogen werden.
Bei besonders festen Wurzelballen können die äußeren Wurzeln zusätzlich an einigen Stellen leicht angeritzt oder aufgelockert werden.
Dadurch wird die Pflanze angeregt, neue Wurzeln in den Gartenboden zu bilden.
Der Wurzelballen muss dabei nicht vollständig auseinandergezogen werden.
Ziel ist lediglich, die äußeren Wurzeln etwas aus ihrer bisherigen Kreisform zu lösen.
Wie tief werden Containerpflanzen gesetzt?
Containerpflanzen sollten normalerweise ungefähr so tief gepflanzt werden, wie sie vorher im Container gestanden haben.
Die Oberkante des Wurzelballens sollte deshalb etwa auf Höhe der umgebenden Bodenoberfläche liegen.
Eine zu tiefe Pflanzung kann insbesondere bei Gehölzen problematisch sein.
Der Stamm beziehungsweise der Wurzelhals sollte nicht unnötig mit Erde bedeckt werden.
Nach dem Pflanzen setzt sich der Boden häufig noch etwas. Deshalb kann die Oberkante des Ballens beim Pflanzen minimal über dem vorhandenen Bodenniveau liegen.
Pflanzloch wieder auffüllen
Anschließend wird das Pflanzloch mit dem vorhandenen Gartenboden aufgefüllt.
Große Erdklumpen sollten vorher zerkleinert werden.
Die Erde wird rund um den Wurzelballen verteilt und anschließend leicht angedrückt.
Sehr starkes Festtreten ist nicht notwendig. Der Boden sollte lediglich guten Kontakt zum Wurzelballen bekommen und größere Hohlräume sollten vermieden werden.
Muss man Pflanzerde verwenden?
In vielen Gärten ist der vorhandene Boden grundsätzlich zur Pflanzung geeignet.
Sehr schlechte, stark verdichtete oder besonders sandige Böden können jedoch verbessert werden.
Je nach Bodenart können beispielsweise reifer Kompost oder geeignete Bodenverbesserer eingearbeitet werden.
Wichtig ist, nicht nur das eigentliche Pflanzloch mit stark unterschiedlicher Erde zu füllen. Die jungen Wurzeln sollen sich langfristig in den vorhandenen Gartenboden entwickeln.
Eine großflächige Bodenverbesserung ist deshalb häufig sinnvoller als ein kleines Pflanzloch mit besonders hochwertiger Erde.
Gießrand anlegen
Nach dem Einpflanzen empfiehlt es sich, rund um die Pflanze einen kleinen Gießrand aus Erde anzulegen.
Dieser verhindert, dass das Gießwasser seitlich abläuft.
Besonders bei größeren Gehölzen und frisch gepflanzten Hecken erleichtert ein Gießrand die Bewässerung erheblich.
Das Wasser kann dadurch langsam direkt in den Bereich des Wurzelballens einsickern.
Nach dem Pflanzen kräftig angießen
Frisch gesetzte Containerpflanzen müssen unmittelbar nach der Pflanzung gründlich gewässert werden.
Dieses sogenannte Einschlämmen erfüllt zwei wichtige Aufgaben:
Zum einen wird der Wurzelballen mit Wasser versorgt.
Zum anderen schließt das Wasser kleine Hohlräume zwischen Wurzelballen und Gartenboden.
Dadurch entsteht ein guter Kontakt zwischen Wurzeln und Erde.
Lieber einmal langsam und gründlich gießen als nur die obersten Zentimeter des Bodens anzufeuchten.
Die ersten Wochen sind entscheidend
Auch wenn Containerpflanzen bereits einen gut entwickelten Wurzelballen besitzen, müssen sie nach dem Pflanzen zunächst neue Wurzeln in den umgebenden Boden bilden.
In dieser Anwachsphase ist die Wasserversorgung besonders wichtig.
Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit.
Der Boden sollte im Bereich des Wurzelballens gleichmäßig feucht gehalten werden, darf jedoch nicht dauerhaft vernässt sein.
Besonders aufmerksam sollten Sie sein bei:
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warmem Wetter
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längeren Trockenperioden
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sandigen Böden
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größeren Pflanzen
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immergrünen Gehölzen
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Heckenpflanzungen
Häufig gießen oder lieber gründlich?
Eine gründliche Bewässerung ist meistens besser als sehr häufige kleine Wassermengen.
Wird immer nur oberflächlich gegossen, bleibt das Wasser in den oberen Bodenschichten.
Eine ausreichende Wassermenge sollte dagegen bis in den Bereich des gesamten Wurzelballens gelangen.
Wie häufig gegossen werden muss, hängt von Pflanzenart, Größe, Boden, Temperatur und Niederschlag ab.
Deshalb sollte die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig direkt kontrolliert werden.
Auch Regen kann zu wenig sein
Ein häufiger Fehler nach der Pflanzung ist die Annahme, dass ein kurzer Regenschauer bereits ausreichend Wasser liefert.
Das ist besonders im Sommer häufig nicht der Fall.
Leichter Regen befeuchtet teilweise lediglich die obersten Zentimeter des Bodens. Der eigentliche Wurzelballen kann trotzdem trocken bleiben.
Kontrollieren Sie deshalb im Zweifelsfall die Erde einige Zentimeter tief.
Containerpflanzen im Sommer pflanzen
Eine Sommerpflanzung ist grundsätzlich möglich.
Allerdings benötigen die Pflanzen dann besondere Aufmerksamkeit.
Vor allem frisch gesetzte Pflanzen verfügen noch nicht über ein weitreichendes Wurzelsystem im Gartenboden.
An heißen Tagen kann deshalb deutlich häufiger gegossen werden müssen.
Pflanzen Sie möglichst am frühen Morgen oder am Abend und wässern Sie anschließend gründlich.
Containerpflanzen im Herbst pflanzen
Der Herbst bietet häufig sehr gute Bedingungen.
Die Temperaturen werden niedriger, gleichzeitig ist der Boden noch vergleichsweise warm.
Dadurch können viele Gehölze weiterhin Wurzeln bilden.
Laubabwerfende Pflanzen gehen nach und nach in die Winterruhe, während sich das Wurzelsystem weiter entwickeln kann.
Im folgenden Frühjahr besitzt die Pflanze dadurch bereits einen kleinen Wachstumsvorsprung.
Immergrüne Containerpflanzen im Winter
Immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer, Lebensbaum oder viele Nadelgehölze verdunsten auch während des Winters Wasser über ihre Blätter beziehungsweise Nadeln.
Bei frostfreiem Boden sollten frisch gepflanzte immergrüne Pflanzen deshalb auch im Winter gelegentlich auf ausreichende Bodenfeuchtigkeit kontrolliert werden.
Besonders sonniges, kaltes und windiges Wetter kann den Wasserbedarf erhöhen.
Muss beim Pflanzen gedüngt werden?
Direkt beim Pflanzen ist eine starke Düngung meistens nicht notwendig.
Entscheidender sind zunächst:
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lockerer Boden
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ausreichende Feuchtigkeit
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guter Bodenkontakt
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die richtige Pflanztiefe
Ein organischer Bodenverbesserer oder geeigneter Pflanzdünger kann je nach Standort sinnvoll sein.
Sehr hohe Mengen schnell verfügbarer Mineraldünger sollten jedoch nicht direkt an die empfindlichen jungen Wurzeln gelangen.
Mulchen nach der Pflanzung
Eine dünne Mulchschicht rund um die Pflanze kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit länger zu halten.
Geeignet sind beispielsweise Rindenmulch oder andere organische Mulchmaterialien.
Dabei sollte unmittelbar rund um den Stamm etwas Abstand gehalten werden.
Bei der Verwendung von Rindenmulch muss außerdem bedacht werden, dass während der Zersetzung Stickstoff gebunden werden kann. Eine angepasste Düngung kann deshalb später sinnvoll sein.
Größere Containerpflanzen sichern
Größere Bäume und Hochstämme können nach der Pflanzung durch Wind bewegt werden.
Dadurch können frisch entstehende Feinwurzeln immer wieder abreißen.
Solche Pflanzen sollten deshalb gegebenenfalls mit einem oder mehreren Baumpfählen stabilisiert werden.
Die Befestigung sollte den Stamm halten, ihn aber nicht einschnüren.
Nach ausreichender Anwachszeit kann die Befestigung wieder entfernt werden.
Typische Fehler beim Pflanzen von Containerpflanzen
Einige Probleme lassen sich mit wenigen Maßnahmen vermeiden.
Trockenen Wurzelballen einpflanzen
Ein ausgetrockneter Ballen sollte vor der Pflanzung unbedingt gründlich gewässert werden.
Zu kleines Pflanzloch
Neue Wurzeln wachsen in lockerem Boden deutlich leichter als in verdichtete Erde.
Pflanze zu tief setzen
Die Pflanze sollte ungefähr auf der bisherigen Höhe des Wurzelballens stehen.
Ringwurzeln nicht lösen
Sehr stark kreisende Wurzeln sollten vor der Pflanzung vorsichtig gelockert werden.
Nach dem Pflanzen nicht ausreichend gießen
Auch bei feuchtem Gartenboden sollte die Pflanze unmittelbar nach dem Setzen eingeschlämmt werden.
Nur oberflächlich bewässern
Das Wasser muss tatsächlich bis zum Wurzelballen gelangen.
Wie erkennt man, ob eine Containerpflanze angewachsen ist?
Ein sicher angewachsenes Gehölz bildet neue Wurzeln im umgebenden Gartenboden.
Von außen lässt sich dies nicht sofort erkennen.
Neue Triebe, Blätter oder Knospen sind jedoch ein gutes Zeichen.
Trotzdem sollte die Wasserversorgung auch nach dem ersten Austrieb weiterhin kontrolliert werden.
Gerade größere Pflanzen benötigen teilweise eine komplette Vegetationsperiode oder länger, bis sich ihr Wurzelsystem ausreichend im neuen Boden verteilt hat.
Containerpflanzen vor dem Einpflanzen lagern
Kann eine gelieferte Containerpflanze nicht sofort gepflanzt werden, ist das meistens kein Problem.
Stellen Sie die Pflanzen möglichst geschützt auf und achten Sie darauf, dass die Wurzelballen nicht austrocknen.
Besonders kleine Container können bei warmem Wetter erstaunlich schnell trocken werden.
Bei längerer Standzeit sollten die Pflanzen regelmäßig kontrolliert und entsprechend gewässert werden.
Containerpflanzen – flexibel pflanzen und sicher anwachsen lassen
Containerpflanzen machen das Pflanzen im Garten besonders flexibel. Weil das vorhandene Wurzelsystem beim Einpflanzen weitgehend erhalten bleibt, können die Pflanzen über einen langen Zeitraum des Jahres gesetzt werden.
Entscheidend für ein erfolgreiches Anwachsen sind vor allem drei Dinge:
Wurzelballen vor der Pflanzung gründlich wässern, den Boden gut vorbereiten und nach dem Pflanzen zuverlässig gießen.
Wer diese Grundregeln berücksichtigt, schafft beste Voraussetzungen dafür, dass sich die neuen Pflanzen schnell an ihrem Standort etablieren und sich langfristig gesund entwickeln.